Das Gute, das Schlechte und das Verrückte – Eine Geschichte von Goran Ivanisevic

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Goran Ivanisevic wurde am 13. September 1971 in der kroatischen Stadt Split geboren. Er begann im Alter von 7 Jahren Tennis zu spielen und wurde mit 17 Jahren zum Profi. Im Jahr 1988 wurde Ivanisevic auf Platz 351 rangiert, aber zwei Jahre später war er bereits auf Platz 9 der Weltrangliste 1990 bei den French Open, besiegte Boris Becker in der ersten Runde und erreichte das Viertelfinale.

In den nächsten 8 Jahren spielte Goran drei Wimbledon-Finals, wobei er jedes Mal diese wertvolle Grand-Slam-Trophäe nicht gewinnen konnte. 1992, als er sein erstes Einzelfinale in Wimbledon erreichte, war er sehr nah dran, aber Andre Agassi war in fünf Sätzen besser. 1994 verlor Ivanisevic ein weiteres Finale beim All-England Club, diesmal gegen Titelverteidiger Pete Sampras in geraden Sätzen. Später in diesem Jahr erreichte Goran Ivanisevic jedoch seine Karriere-High-Einzel-Platzierung der Welt Nr. 2. Er bekam 1998 die dritte Chance, Wimbledon zu gewinnen. Er traf erneut auf Sampras, verlor jedoch in fünf Sätzen, nachdem er in einer siegreichen Position war.

Damals schien ihm das Glück ausgegangen zu sein. Hinzu kommt sein feuriges Temperament, das ihm auf dem Tennisplatz oft Ärger bereitete – wie das Zerschlagen seiner Schläger oder das Fluchen in seiner Muttersprache, wenn er den Punkt verlor. „Das Problem mit mir ist, dass ich in jedem Spiel gegen fünf Gegner spiele: Schiedsrichter, Zuschauer, Balljungen, Platz und ich“, gab er zu.

Im Juni 2001 begann sich Gorans Glück zu ändern. Er war jetzt auf Platz 125, aber der All-England Club beschloss, ihm eine Wildcard zu geben. Entschlossen, diesmal erfolgreich zu sein, besiegte er Andy Roddick, Marat Safin und traf im Halbfinale auf Tim Henman. Dieses unglaubliche Match gegen die ‚letzte englische Hoffnung‘ dauerte aufgrund einer Regenunterbrechung drei Tage, aber Goran gewann in 5 Sätzen.

Am Montag fand das letzte Spiel gegen den Australier Patrick Rafter statt, bei dem Tausende von kroatischen und australischen Fans Tickets am Gate kaufen und ihre Lieblingsspieler begeistert unterstützen konnten. In einem der denkwürdigsten Finale der Grand-Slam-Geschichte gewann der 29-jährige Goran Ivanisevic schließlich Wimbledon bei seinem 14. Versuch und besiegte Rafter mit 6-3, 3-6, 6-3, 2-6, 9-7. Es war eine gründliche Rasur. Goran war so nervös, dass er drei Meisterschaftspunkte verpasste, aber am vierten Punkt verpasste er einem Aufschlagsieger eine Ohrfeige und der Titel gehörte ihm. Emotional ausgelaugt warf er sich ins Gras und brach in Tränen aus, genau wie wir anderen, die ihm zujubelten!

Die Feier seines Titels fand in Gorans Heimatstadt Split statt, wo sich mehr als 150.000 Menschen versammelten, um ihren geliebten Champion zu begrüßen. Sein T-Shirt nach jedem Sieg beim diesjährigen Wimbledon auszuziehen wurde zu seinem Markenzeichen, und dort auf der Promenade von Split enttäuschte er seine Fans (insbesondere die weiblichen) nicht – verrückt wie er war, er zog sich sogar bis zur Unterhose aus und warf seine Klamotten hinein euphorisches Publikum!

2004, drei Jahre nach dem Gewinn dieses letzten Titels, zog sich Ivanisevic zurück. Insgesamt gewann er 22 ATP-Einzeltitel. Das größte Bedauern von Goran blieb, dass er es nie zur Nummer eins der Welt geschafft hatte. Wie könnte er? Ein weiteres Tennisgenie, Pete Sampras, befand sich zu dieser Zeit auf dem Höhepunkt seiner Karriere, so dass es sich für Goran als „Mission Impossible“ herausstellte.

Heute spielt er bei der ATP Champions Tour und nimmt oft an Benefizspielen teil, wie dem gegen John McEnroe, das 2010 in Dubrovnik ausgetragen wurde. Privat verbringt Goran gerne Zeit mit seinen Kindern Amber Maria und Emanuel.

Selbst jetzt, jedes Mal, wenn er auf dem Tennisplatz ist, erwartet das Publikum kein gewöhnliches Spiel. Sie erwarten spektakuläres Spiel und tolle Unterhaltung. Schließlich sagte Goran einmal: „In jedem Spiel, das ich spiele, gibt es drei Spieler in mir, die jederzeit auftauchen könnten, Good Goran, Bad Goran und Crazy Goran! Sie können alle Asse aufschlagen.‘



Source by Hijacinta Svabelj

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